Sehnsüchte im Körper

Der Kampf mit dem Leben entsteht dann, wenn wir zu sehr im Außen versuchen, jene Dinge, Wünsche und Sehnsüchte zu erreichen, die wir im Herzen tragen, und die vielleicht manchmal nicht so da sind, hier sind, in unserem Leben sind - nicht so wie wir es uns gerade wünschen würden. Oft lassen wir dann traurig unsere Sehnsüchte versickern, enttäuscht davon, dass das Leben uns nicht das gibt, was wir uns so sehr wünschen. Wir leben an dem vorbei, wer wir sind. Verleugnen, was wir wollen. Nehmen die Haltung des Opfers gegenüber dem Leben ein und bereiten so den Nährboden für Energieverlust und Frustration. 

Lange habe ich geglaubt, dass ich bestimmte Dinge in manifester Form sofort haben muss, um mich gehalten und glücklich im Leben zu fühlen. Ich habe versucht die Realität im Außen so hinzubiegen, das es sich erfüllt - das perfekte Haus, der perfekte Mann, das Reisen, der ideale Körper, das Erbe, das Business. Und hab dabei immer nur aus einem Gefühl des inneren Mangels, Handlungen gesetzt, die mich weiter weg von dem gebracht haben, was ich eigentlich will. Anstatt näher hin zu mir und dem, was ich mir für mein Leben wünsche. Habe die Kraft, die das Feuer meiner Sehnsüchte entzündet, gelöscht anstatt darin zu baden, und mich von ihm erheben zu lassen. Wenn sich meine Sehnsüchte dann nicht erfüllen wollten, habe ich Ausreden gesucht und innere Sätze im Dauerloop durch meinen Verstand laufen lassen. Du brauchst es ja eh nicht. Es ist eigentlich gar nicht so wichtig. Sei nicht so überheblich. Du hast es eh nicht verdient. Das Leben gibt dir einfach nicht das, was du dir wünscht.

Meine Sehnsüchte verirrten sich im Irrgarten meiner Selbstverleugnung. Ich vergrub ihre Kraft in konditionierten Gedankenkonstrukten darüber, wie Leben geht, und was möglich ist und was eben nicht. Ich grub mir dabei selbst das Wasser zur Lebensfreude und zu einer inneren Freiheit ab, die nur dann entsteht, wenn wir uns sehr treu bleiben in dem, was wir uns für unser Leben wünschen. 

Das Mangelgefühl wird das Ziel immer nur nach Außen transportieren.
Das Sehnen nach Etwas in der Zukunft, wird dich immer nur Laufen lassen.
Das Auslagern deiner Sehnsüchte auf äußere Umstände, Menschen oder auch auf das Glück der Götter, wird zu einer energieraubenden Dauerschleife der Selbstentmächtigung - denn, was nicht hier ist. Ist nirgendwo. Was hier ist, ist überall.
 

Es ist eine Frage des Bewusstseins, zu erkennen, dass deine Sehnsüchte zunächst einen Raum in dir finden dürfen. Einen Raum, wo du mit ihnen atmest, ihre Energie ganz in dich reinlässt, damit sie dich nährt. Einen Raum, wo deine Sehnsüchte anerkannt und gesehen werden, ohne dass du sie mit Gedanken und Gefühlen aus einem mangelnden Selbstwert heraus erstickst. Hier hören die Konzepte, die wir über “ich darf” und “ich darf nicht” haben, schlagartig auf. Und wir finden wieder einen Weg ganz zurück. In den Körper. In die Lebendigkeit. Die Sehnsüchte, die davor wie Treibsand in einer Fata Morgana ewig unerreichbar waren, werden plötzlich zu einer uns nährenden Kraft, egal ob sie schon manifest sind oder nicht. Oder jemals in Erfüllung kommen. Und wir beginnen, ganz zu dem zu stehen, wer wir sind. Als Menschen. Ohne die Heiligkeit irgendwelcher spiritueller Konzepte oder Gut Mensch Ideologien, die wir uns ständig selbst einreden.  

Was wünscht du dir so sehr?

Projizier es nicht irgendwo irgendwann woanders hin.
Und glaub auch deinen Gedanken nicht, die dir vielleicht sagen, dass du es niemals erreichen wirst. Bleib ganz da. Ohne in die Zukunft zu laufen. Hol dir ein Blatt Papier und schreibe auf: Ich wünsche mir……Und dann stelle dir vor, dass alles wäre schon da. Fühle wie deine Sehnsüchte dich jetzt in diesem Moment nähren können. Mach den Raum deines Herzens für sie auf. Und gestehe dir ein, wer du bist. Als Mensch. Was du brauchst, um dich sicher zu fühlen. Wie du dein Leben gestalten magst. Wie du leben magst. Wie du den Raum deines Lebens beleben magst.

Ich wünsche mir. 
Sei ehrlich. Ganz ehrlich.
Du musst es auch niemandem erzählen. Lass es ganz bei dir.
Aber ehrlich dir selbst einzugestehen, wer du bist und was du für dein Glück brauchst. 

Schreibe.
Atme.
Sei jetzt.
Mit deinen Sehnsüchten. 

Hol sie ganz zu dir.
In dein Herz. 

Denn, was nicht hier ist. Ist Nirgendwo.
Und was hier ist.
Ist Überall.

Dein Leben manifestiert.
Jetzt.
Im Innen.
Und dann im Außen. 
Vielleicht.
Und vielleicht ist es auch nicht so wichtig.
Denn deine Sehnsüchte sind niemals nichts im Außen.
Sonder immer nur. Du. Im Innen.

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